Rund ums Rad

   
Probefahrten

... sollten unbedingt mehrere Tage vor der Reise unternommen werden, damit man festgestellte
    Mängel oder Schäden noch vor der Reise beheben kann

Ersatzspeichen

... für die Reise sollte man unbedingt auf richtige Länge überprüfen. Nicht auf den Radhändler verlassen!!

Knackende Pedalen

... Pedalen, die nach vielfachem Demontieren beim Treten knacken, kann man mit etwas Teflonband
    beruhigen, das man vor dem Eindrehen dünn um das Achsengewinde wickelt. Zur Not hilft
    auch ein Schnipsel Tempotuch.

Klappernde Gepäcktaschen

... lassen sich mit einigen auf den Gepäckträger geklebten dünnen Gummistreifen beruhigen.

Lenkerendschalter

... sind besonders unanfällig gegen Schaltschwierigkeiten bei geknickten Bowdenzügen
... vermeiden langwierige Umwerfereinstellungen wie bei gerasterten Schaltungen
... sind im Gegensatz zu modernen Schalt-/Bremshebeln fast unkaputtbar.

Seitenständer

... sind schnell unbrauchbar, wenn sich die kleine Standfläche abgenutzt hat.
    Wenn diese aus Kunststoff besteht und abgenutzt ist, einfach eine dicke Blechschraube von
    unten eindrehen, und das Rad steht wieder stabil. Seitenständer sollten außerdem
    aus Stahl gefertigt sein, da billige Fahrradständer aus Aluminium bei bepackten Rädern
    schnell brechen

Felgen und Naben

... sucht man vor der Tour beim Putzen des Rads sorgfältig auf Haarrisse am Speicheneintritt ab

Faltreifen

... haben einen wesentlich besseren Rundlauf als normale Reifen (kein Höhenschlag)

Klappergeräusche

... an den Laufrädern: Meist ist eine lockere Ventilmutter schuld

Tachodisplays

... verkratzen schnell. Einfach ein Stück selbstklebende Klarsichtfolie oder breites Tesa aufkleben!

Chrom- und Aluteile

... schmiert man vor einer Reise in Meeresnähe dünn mit Vaseline ein. Die Schicht zieht zwar Dreck
    leicht an, schützt aber dauerhafter gegen Korrosion als Wachs!

Schaltprobleme am Ritzel

... rühren oft von industriegelagerten Schaltröllchen her, die kein seitliches Spiel haben. Besser
    wieder auf die guten alten Gleitlagerrollen umrüsten. 

Pedalen

... haben unterschiedliche Gewinde auf der rechten und linken Seite. Wer sich nicht sicher ist, in welche
    Richtung die Pedalen abzuschrauben sind sollte sich die jeweilige Drehrichtung mit einer Reissnadel in
    die Achse ritzen. Merkregel: Linke Pedale rechts herausdrehen, rechte Pedale links herausdrehen.
    Oder: In Fahrtrichtung festschrauben, gegen die Fahrtrichtung herausschrauben.

Ahead-Set Steuersätze

... sind zwar modern und schnell zu montieren, haben aber einige gravierende Nachteile: Bei den
    meisten neuen Rädern sind die gewindelosen Gabeln bis auf ein Minimum gekürzt. So kann man bei
    Bedarf den Lenker nicht mehr hochstellen! Falls sich herausstellt, dass der Lenker zu niedrig ist,
    bleibt nur die Montage einer klobigen Verlängerung mit Abstandsringen (spacer) oder der Kauf einer
    neuen Gabel mit längerem Schaft. Für die Radreise erscheint mir daher die herkömmliche
    Gewindegabel mit gekonterten Klemmmuttern immer noch die erste Wahl zu sein. Hier kann man
    auch unterwegs die Lenkerhöhe ohne Aufwand variieren.

Steuersätze

... herkömmlicher Bauart lockern sich manchmal, wenn die Muttern nicht richtig gekontert sind. Ein
    um beide Kontermuttern geklebtes Stück Gewebeklebeband verhindert das ungewollte Lösen,
    besonders im Urlaub wo oft kein Spezialwerkzeug verfügbar ist.

 

Felgen

... nutzen sich besonders bei Regenwetter schnell ab und verschmutzen dann mit dem oxidierten
    Abrieb die ganze Ausrüstung. Besser sind die teuren keramikbeschichteten Felgen z.B. der Fa. Mavic.
    Neben einem äußerst geringen Verschleiß bremsen sie auch bei Regen und vollem Gepäck gewaltig ab,
    was besonders bei Passfahrten sehr wichtig ist. Über die Jahre gesehen rechnen sich die
    Keramikfelgen trotz der hohen Kosten.

Reifen

... haben wir auf den vielen Radreisen von vielen Firmen ausprobiert. Wirklich überzeugt hat mich
    auf Pisten aber nur der Schwalbe Marathon XR und seine Nachfolger. Sogar auf den Schotterpisten
    der Namibwüste hatten wir mit diesem Reifen (37er) keine einzige Panne! Wir bevorzugen den
    Faltreifen, da hierbei der Rundlauf wesentlich besser ist und ein Reservereifen leichter zu verstauen
    ist. Auf guten Straßen nehmen wir den Conti Contact 32mm.

Rennlenker

... sind für die Reise auf glatten Straßen allererste Wahl! Die vielen Griffmöglichkeiten verhindern auch
    auf schlechten Strecken zuverlässig einschlafende Finger und schmerzende Hände. An unseren
    Reiserädern habe ich jedoch den Rennlenker so hoch eingestellt, dass die Oberkante leicht über
    Sattelniveau steht. Damit lassen sich Rücken- und Nackenschmerzen wesentlich reduzieren
    (auf den meisten Radwanderungen kommt es nicht auf eine optimale aerodynamische Position
    an). Auf Schotterpisten hat man jedoch mit dem Rennlenker nicht genug Kraft, um das Rad auf
    den Weg zu zwingen. Hier bietet sich eher ein breiter MTB-Bügel an.

Damensättel

... sind für die weiblichen Radler oft ein großes Problem. Nachdem wir sehr viele Modelle ausprobiert
    hatten, war erst ein Modell  der Fa. Selle optimal.  Der große Vorteil dieses Sattels ist die Möglichkeit,
    die Sitzbreite (!) über eine stabile Vorrichtung verstellen zu können. Das ermöglicht eine optimale
    Anpassung an die jeweilige Beckengeometrie der “Besitzerin”. Leider ist der Sattel nur noch im
    Internet aus Restbeständen erhältlich. Hier hilft nur, auszuprobieren. Ein guter Händler nimmt einen
    unbeschädigten Sattel nach ein paar Testtagen im Austausch zurück, falls er nicht "sitzt".
    

 

Gepäckträger

... sollten besonders auf entfernten Touren nicht aus Aluminium sondern aus Stahlrohr gefertigt
    sein. Stahlrohrträger sind nur unwesentlich schwerer aber viel stabiler. Außerdem kann man einen
    verbogenen Träger wieder richten, was bei Alu nur sehr begrenzt möglich ist. Auch läßt sich Stahl
    bei einem Bruch im Gegensatz zu Alu überall notdürftig schweißen!  Besonders zu empfehlen sind
    aus meiner Sicht die Träger der Fa. Tubus.

Fahrradrahmen

... gibt es heute aus vielen Werkstoffen, wobei besonders leichtes Alu stark verbreitet ist. Ich
    favorisiere für entfernte Reisen trotzdem Stahlrahmen die stabiler und weniger anfällig gegenüber
    Verbeulen sind (Transport in Fliegern und Busen). Außerdem lässt sich ein defekter Stahlrahmen
    überall notdürftig Schweißen, was auf unserer Norwegenreise die Tour gerettet hat (Lowrideröse
    an Gabel abgebrochen).

Pulverlacke 

... sehen zwar nicht so brillant aus wie hochmodische Wasserlackierungen. Eine hochwertige
    Pulverbeschichtung ist aber wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Schlägen und Kratzer.
    Ich habe unsere Räder in einer Pulverbeschichtungsfirma für Stahlteile für damals 150,- DM
    sandstrahlen und beschichten lassen. Nach fast 20 Jahren sieht die Lackierung immer noch sehr
    gut aus und ist nahezu frei von größeren Beschädigungen!

Vorbauten

... sollten in der Neigung verstellbar sein, damit man Lenkerhöhe und -abstand variieren kann.

   

Radzubehör 

   
Lowrider

... so anbringen, dass die eingehängte Tasche genung Bodenfreiheit zu einem normalen Bordstein
    hat (sonst evtl. Sturzgefahr durch Anstoßen)

Alu-Trinkflaschen

... sind schnell unansehnlich, wenn diese farbig lackiert sind. Länger schön ist Klarlack.
... mit Schraubverschluß sind auch bei kohlensäurehaltigen Getränken dicht
... bekommt man leicht mit Gebissreiniger (Tabletten) oder Backpulver sauber
... klappern aber leider in vielen Flaschenhaltern
... kann man nicht dazu nutzen, aufdringliche Hunde zu bespritzen

Stopfen/Kappen an Trägern und Schutzblechstreben

... sollte man unbedingt ankleben, da diese über kurz oder lang verlorengehen. An den
    ungeschützten Enden der Schutzblechstreben kann man sich leicht verletzen, und offene Rohre
    teurer Gepäckträger/Lowrider aus Stahl sind anfällig gegen Korrosion.

Lagerkugeln

... sind als Originalzubehör unverschämt teurer. Sofern man regelmäßig die Lager selbst überholt
    ist es günstiger, einen ganzen Karton Lagerkugeln der Hersteller (z. B. SKF)  zu kaufen. Man
    bekommt die Kugeln in Werkzeug- oder Kfz-Zubehör-Geschäften.

Lenkerendspiegel

... so anbringen, dass diese nicht direkt am Lenkergriff anliegen: Sonnenbrandgefahr an der Hand!

Zubehör oder neue Teile

... sollte man nie ohne ausgedehnte Testfahrt vor einer Reise an das Rad montieren, um böse
    Überraschungen am Tourbeginn zu vermeiden!

Gepäcktaschen

... sollten nach Möglichkeit immer wasserdicht sein (>>Ortlieb oder Vaude!!)
... vier dreckige Überzieher von nicht wasserdichten Taschen sind im Quartier schlecht unterzubringen

Tachos

... gibt es nun auch schon mit Schnittstelle für den Computer. So kann man sich alle Daten der
    Etappen abrufen. Auch ist es möglich, ein Höhenprofil ausdrucken zu lassen. Besser hierfür geeignet
    aus meiner Sicht aber ein GPS-Gerät.

Batterieleuchten

... sind auf vielen Reisen völlig ausreichend und im Ausland teils auch erlaubt. Besonders wenn
    man im hohen Norden unterwegs ist, benötigt man eine Beleuchtung fast nur für lange Tunnel.
    Ansonsten ist es immer gut, wenigstens ein Rücklicht am Rad zu haben, falls man einmal in die
    anbrechende Dunkelheit gerät. Das Rücklicht sollte man nie ans Schutzblech schrauben, da es
    dort sehr schnell beschädigt werden kann.

   

Unterwegs

   
Visitenkarten

... klebt man vor dem Flug zusätzlich an den Rahmen, falls die Gepäckbanderole verlorengeht.
    So hat man noch eine Chance, das Rad in diesem Fall wieder zu bekommen.

Paketklebeband

... sollte man nur von TESA nehmen. Nur dieses lässt sich wieder einigermaßen ohne
    Kleberückstände vom Rad und anderen Gegenständen ablösen.

Maul- und Inbusschlüssel

... gehören beim Flug ans Fahrrad, z. B. in eine leere Trinkflasche, damit man bei der Landung
    das Rad auch ohne große Suchaktion nach dem Werkzeug im Gepäck schnell fahrbereit bekommt.

Bügelschlösser

... sind oft zu schmal, um die Räder direkt an einen Baum oder Pfosten zu schließen. Zwei
    Räder einfach jeweils vor und hinter den Pfosten/Baum stellen. Dann mit jeweils einem
    Schloss beide Räder an den Enden zusammenschliessen (der Pfosten/Baum
    steht nun zwischen den Rädern)
 

Alurahmen

... haben empfindliche Schaltaugen, die beim Sturz oder Umkippen des Rads abbrechen
    können. Deshalb immer ein Ersatzschaltauge mitnehmen!

Kabelbinder

... sollten auf jeder Reise dabei sein. Hiermit lassen sich Gepäckträger leicht schienen,
    Tachokabel befestigen, lose Teile provisorisch befestigen, ...

Breite Gummis

... sind wichtig für den Radtransport in Bahn oder Flugzeug. Beim Querstellen des Lenkers
    muss man Cantileverbremsen aushaken, sodass diese seitlich abstehen und leicht beschädigt
    werden können. Mit den Gummis bringt man sie wieder in die Normalposition.

Teure Übergepäckgebühren auf Flügen

... kann man reduzieren, wenn man auf dem Rückflug alles vom Rad baut, was verschlissen
    oder leicht zu ersetzen ist. Bei Kosten von bis zu 50€ pro Kilo/Strecke lohnt es, sich von Kette,
    Ritzel, Reifen, Schläuchen, Schutzblechen und Batterien zu trennen. Pedalen ins Handgepäck!
    Ebenso kann man prüfen, ob nicht auch preiswertere Kleidungsstücke zurückbleiben.

Gabelflüge

... sind bei manchen Touren nicht möglich. Statt dessen kann man hier einen Leihwagen für den
    Rückweg mieten,  falls auch keine Züge fahren: Besonders in den USA ist das trotz Rückführ-
    gebühr relativ preiswert  (Schon zu Hause buchen!).

Fahrräder

... sind auf dem Flughafen sofort entgegen zu nehmen, da sie fast immer vom Bodenpersonal
    einfach im Bereich des Sondergepäckschalters abgestellt werden. Hier kann sich jeder ohne
    Probleme der Räder bemächtigen, zumal die Gepäckabschnitte fast nie kontrolliert werden!

Niedriger Luftdruck

... ist häufige Ursache für Reifenschäden. Dabei treten oft Risse im Bereich der Seitenflanken
    auf. Daher unbedingt regelmäßig den Luftdruck kontrollieren! Nützlich hierfür ist eine
    Luftpumpe mit eingebautem Manometer. Bei Hochdruckreifen > 5 bar ist die Mitnahme einer zweiten
    Luftpumpe mit geringerem Kolbendurchmesser nützlich. Mit der “großen” Pumpe füllt man den
    Reifen zu 90% auf und mit der kleinen Pumpe erreicht man dann einfacher den nötigen Enddruck.

Im Flugzeug

... sind die besten Plätze vor den Flügeln. Dort ist es wesentlich leiser als hinten. Außerdem
    kann man hinter den Flügeln oft nur einen durch Abgase getrübten Blick nach unten werfen.
    In der Mittelreihe ist es nochmals leiser als am Fenster, wo es zudem oft sehr kalt ist.

Reifen

... sollte man regelmäßig auf Glassplitter überprüfen. Die wenigsten Fremdkörper im Profil
    führen sofort zu einem Platten. Oft arbeiten sich Splitter über viele Kilometer langsam
    zum Schlauch vor.

Radkartons

... können für den Rückflug manchmal nicht organisiert werden. Manche Airlines bestehen
    jedoch auf einer Verpackung. Hierfür haben wir immer eine auf kleine Grösse verpackte
    “Fahrradgarage” aus dünner Folie im Gepäck, die im Notfall als Verpackung von einigen
    Airlines akzeptiert wurde. Eine Garantie für die Akzeptanz ist aber auch das nicht...

   
   

 


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