30 km - 800 Höhenmeter - 6,5 Stunden reine Laufzeit 

 

 

Seit 2017 gibt es im Essener Süden einen neuen Wanderweg, den Baldeneysteig. Dieser Wanderweg führt rund um den Baldeneysee herum und teils in luftiger Höhe entlang. Dabei erreicht der 26,5 km lange Weg vom Ufer auf etwa 55m Höhe bis auf fast 175 m Höhe hinauf. Auf dem Weg liegen einige kurze Abstecher, so dass wir auf insgesamt fast 30 km kamen. Entgegen der offiziellen Höhendifferenz von 1200 m zeigte unser GPS am Ende der Tour fast 800 Höhenmeter an, die wir bergauf steigen mussten.
 
Wir nutzten das erste warme Wochenende im April, um den Steig zu absolvieren. Der Vorteil dieser Jahreszeit ist, dass man auf Grund des noch nicht vorhandenen Blattwerks auch in den Waldgebieten einen guten Blick auf den See und die Umgebung hat. Außerdem war es mit 25 °C noch nicht zu warm. Insgesamt war der Weg für uns nur stellenweise anstrengend und an einer sehr kurzen Stelle auf etwa 20 m sehr steil, so dass wir die Hände zu Hilfe nehmen mussten. Ansonsten war der Steig überwiegend gut ausgebaut. Nach den 30 km fühlten wir uns zwar etwas müde, aber noch lange nicht ausgelaugt. Insgesamt hatte der Weg nur an wenigen Stellen den Charakter eines Steigs. Eher fühlten wir uns wie auf einer langen und mittelschweren Wanderung.

 

 

 

Der Weg ist durchgängig mit diesen Plaketten ausgeschildert, so dass man auch ohne GPS klarkommen kann. Die Wanderkarte sollte man jedoch vorsichtshalber bei sich tragen, falls mal eine Plakette abhanden gekommen ist und man den Pfad verloren hat.

 

 

Wir starten den Baldeneysteig ganz im Westen an einem Parkplatz nahe der B 224. Bereits nach einem kurzen Stück hat man die erste schöne Aussicht auf das westliche Ende des Baldeneysees und den alten Essener Stadtteil Werden. 

 

 

Vom Aussichtspunkt aus führt der Weg hinunter zum alten Stauwehr in Essen Werden, das in den 30er Jahren erbaut wurde und zur Stromerzeugung genutzt wird. Hier gelangen wir auf die Südseite des Sees.

 

 

Danach geht es ein wenig bergauf und wir werden für die ersten Mühen mit dem nächsten Seeblick belohnt.

 

  

Im Süden des Baldeneysees wird die Landschaft durch kleine Wälder, Weiden und Felder geprägt, so dass wir vielfach eine weite Aussicht in die Ferne haben.

 

 

Schließlich erreichen wir den ersten Pausenplatz. Am Kiosk Haus Scheppen stärken wir uns mit dem ersten Kaffee und einem kleinen Stück Kuchen, während etliche Motorräder und Radler an uns vorbeifahren. 

 

  

Dann müssen wir uns entscheiden: Der flachere Weg führt am Seeufer entlang, das aber ziemlich überlaufen ist. Die andere Variante ist mit "steil" gekennzeichnet, was uns aber im ersten Teil nicht so vorkommt. Auf einem kleinen Kamm führt der schmale Pfad zwischen Seeufer und der als Museumsbahnstrecke genutzten 3,5 km langen Hespertalbahn entlang. 

 

 

Dann führt der Weg wieder hinab und wir kommen an das sehr kurze Steilstück, dass zudem ein wenig rutschig durch das lose Geröll ist. 

 

  

Aber auch das ist kein Problem und die schwierigste Stelle des gesamten Wegs ist gemeistert.

 

 

Trotz des schönen Wetters sind wir hier im Süden des Sees auf weiten Strecken ganz alleine unterwegs. 

 

 

In Essen Kupferdreh erreichen wir schließlich den Lokschuppen der historischen Hespertalbahn, die heute als Museumseisenbahn unterwegs ist. 

 

 

Gleich nebenan liegt der alte Bahnhof Kupferdreh. Er wurde 1898 erbaut und ist auch von innen sehenswert, wie zum Beispiel der alte mit Stuck dekorierte Wartesaal, in dem nun eine Gastronomie untergebracht ist. 

 

 

Wir überqueren auf der alten Eisenbahnbrücke, die für den Autoverkehr gesperrt ist, die Ruhr und streben so dem Nordufer des Baldeneysees zu. 

 

  

Doch vorher nutzen wir noch eine Bank auf der Brücke zu einer kleinen Rast und einer Brotzeit. 

 

 

Der Pfad führt zunächst sehr flach am Nordufer entlang und wir müssen uns den Weg mit etlichen Radlern, Spaziergängern und Skatern teilen. Wir kommen an einem Vogelschutzgebiet mit vielen Nistplätzen vorbei und erreichen schließlich den alten Förderturm der ehemaligen Zeche Carl Funke, die 1973 stillgelegt wurde.

 

 

Kurz hinter dem Förderturm zweigt der Weg vom Seeufer ab und führt stramm den Hang hoch, sodass wir schnell auf Höhe kommen und uns zum ersten Mal richtig warm wird.

 

 

Wir nehmen am Jagdhaus Schellenberg den kurzen Umweg zur Korte Klippe in Angriff und werden mit einer tollen Aussicht auf den gesamten See und die umliegenden Hügel belohnt.

 

 

Der Anstieg hat Hunger gemacht und so kehren kurz entschlossen wir ins toll gelegene Panorama-Restaurant "Schwarze Lene" ein. 

 

 

Hier genießen wir den ersten Pflaumenkuchen des Jahres und einen leckeren Kaffee (auf Terrasse nur Kännchen...) mit Blick auf den See und bis hin zum Bergischen Land.

 

 

Nur ein kurzes Stück weiter liegt der Abzweig zur Burgruine Neu-Isenburg aus dem Jahr 1240, von der aus sich ebenfalls ein schöner Ausblick bietet.

 

 

Wir kommen an das eingezäunte Grundstück der Villa Hügel, das wir daher leider umrunden müssen. So erreichen wir bald die alte Siedlung Brandenbusch, die in früheren Zeiten das Zuhause der Angestellten und Arbeiter der Villa Hügel war. Typisch für diese kleine Siedlung sind die schönen Häuser im Cottage-Stil inmitten schöner Gärten.

 

 

Da es schon spät ist, verschieben wir den kostenpflichtigen Besuch der protzigen Villa Hügel, die der frühere Wohnsitz der Familie Krupp war, auf ein andermal. Noch ein kurzes Stück haben wir zu gehen und dann sind dreißig sehenswerte und abwechslungsreiche Kilometer rund um den Baldeneysee geschafft.