Der Süden - the south

  

Nach dem Passieren des Skaftafell Nationalparks verlassen wir langsam die Gletscherzone und kommen in die riesigen Gebiete des Skeidararsandur. Diese endlose flache Gegend dient den Gletschern als Abfluss und wird regelmäßig von zerstörerischen Gletscherläufen heimgesucht, die sich in Folge von Vulkanausbrüchen unter dem Eis bilden. Welche Kraft die Wassermassen haben, zeigen eindrücklich die als Denkmal aufgestellten durch die Wasser- und Schlammmassen verbogenen Stahlträger einer ehemaligen Brücke.

After passing Skaftafell National Park we slowly leave the glaciers and enter the sandars of Skeidararsandur. These outwashed plains is formed by the molten ice, running down from the glaciers. Now and then the area is obsessed by destructive glacier paths after volcanic eruptions below the ice surface. The impressive and destructive power of these masses of water and ice could be seen at a monument. Here are some completely destroyed steel girders of a former bridge displayed beside the road. 

          

 

 

Die schnurgerade Straße führt fast 20 Kilometer über einen Damm durch das Sandergebiet. Die Luft ist voll von schwarzem Staub und wir sind einem Seitenwind in Orkanstärke ausgesetzt, wie wir ihn bisher noch nicht erlebt haben. Mehrmals werden wir quer über die Straße gedrückt, und so schieben wir die Räder weiter. Zum Radeln ist es viel zu gefährlich und auch das Schieben bereitet und große Schwierigkeiten. Sogar schwere Motorräder fahren äußerst vorsichtig in atemberaubender Schräglage langsam an uns vorbei.

The  dead straight road leads nearly 20 kilometers on a elevated dam through the sandur. The air is full of black dust and we have to survive a sidewind in hurricane force that we didn´t have anytime before. several times we were pushed straight over the road by the storm and so its safer to walk the bicycles some kilometers. But also this was difficult and a hard job. Even heavy motorcycles have their problems here. 

 

 

 

Nach stundenlangem Schieben der Räder sind wir froh, das Sandergebiet wieder verlassen zu können und erholen uns ein wenig am schwarzen Strand von Vik. Ein Stückchen weiter liegt bei Gardar ein weiterer eindrucksvoller Strand mit Klippen aus Säulenbasalt, im Meer stehenden Felsnadeln und einer riesigen Brandungshöhle. Leider sind wir hier wieder von Menschentrauben umgeben, sodass wir bald weiterfahren.

After hours of walking the bikes we are glad to leave the sandur and we can recover a little bit at the black beach of Vik. One step away there is at Gardar another impressive beach with rocks from volcanic basalt columns, rock needles in the sea and a giant surf cave. Unfortunately we are again surrounded by knots of people, so that we continue cycling soon.

          

 

 

Nur ein kurzes Stück weiter liegt schon der wunderschöne und gigantische Wasserfall Skogafoss direkt neben der Straße. Man kann sich dem Wasserfall kaum nähern, ohne von der Gischt durchnässt zu werden. Neben dem Wasserfall führt eine lange Treppe zur oberen Kante, doch auch hier müssen wir uns im Gänsemarsch bewegen und uns mit hunderten anderen Leuten den Weg nach oben teilen.

Not far we come to the impressive waterfall Skogafoss that is situated directly beside the road. Its nearly impossible to come close to the waterfall without becoming drenched with the spray of the falling water. Beside the waterfall leads a narrow stairway up to the edge of the fall. But also here we have to move in a single file queue with hundreds of other people.

 

 

Immer wieder liegen neben der Straße kleinere hübsche Stromschnellen. Der Wind ist immer noch so stark, dass unsere Räder regelmäßig umgeweht werden.

Beside the road we reach frequently small and nice rapids. The wind is still very strong, so that our bicycles often tumble down from it.

 

Schließlich kommen wir durch weite Wiesengebiete, wo wir nun auch die hübschen Islandpferde zu Gesicht bekommen, die uns neugierig betrachten.

Finally we reach large meadows where the nice Iceland horses graze.

 

Dann ist es geschafft. Wir erreichen nach eindrucksvollen 1650 Kilometern und fast 12.500 Höhenmetern auf der Trauminsel Island wieder das Alex Guesthouse. Hier haben wir unsere Radkartons nach der ersten Übernachtung abgestellt. Und von hier bringt uns auch wieder der Flughafenservice der Unterkunft zum Flughafen zurück.

Then we finish the trip. Its done! We reach after 1650 kilometers and nearly 12.500 meters of elevation on this dream island again the Alex Guesthouse. Here we stored our bike boxes after the first night. And here we can join again the shuttle, that brings us back to Keflavik airport.

 

Zum Schluss noch einige kritische Worte für Radler, die ebenfalls nach Island fahren möchten:

Man sollte aus unserer Sicht auf jeden Fall die Monate Juli und August meiden, wenn halb Europa Urlaub hat und die Insel ihre Kapazitätsgrenzen deutlich überschreitet. In den letzten Jahren wurde die Insel in den Medien sehr stark gepusht und das gute Abschneiden der sympathischen isländischen Fußball Nationalmannschaft tat ihr übriges. Dabei hat man auf Island seit Jahrzehnten versäumt, die Kapazitäten der touristischen Einrichtungen dem stetig stark steigenden Aufkommen anzupassen und die Versorgung der Touristenmassen zu organisieren. Etliche Autofahrer und Wohnmobile weichen schon auf Parkplätze und andere wilde Camps aus. Da es dort keine sanitären Anlagen gibt kann man sich vorstellen, wie es rund um die Park- und Rastplätze aussieht. Dazu kommt das Fehlen von ausreichend Personal, sodass zum Beispiel auf einigen großen Campingplätzen ein einsamer Student den gesamten Platz betreuen muss. Im Juli und August ist Island definitiv an vielen Stellen bereits ein Ärgernis. Insbesondere im Süden zwischen Reykjavik und Höfn war es stellenweise so voll, dass es uns den Spaß an der Reise verleidet hat. Campingplätze waren stark überbelegt, die Waschräume vollkommen unterdimensioniert, vielerorts herrschen fast chaotische Zustände. Supermärkte waren mehrmals leergekauft und auf den Straßen zeigten sich etliche Autofahrer aggressiv und viel zu schnell unterwegs auf den schmalen Straßen. 

Wir werden bstimmt noch einmal nach Island fahren, dann aber in der Zeit von Mitte Mai bis maximal Ende Juni. Im September, wenn der Touristenstrom wieder abebbt, kann auch schnell das Wetter wieder schlechter werden.

 

Finally some critical words to cyclists who want to visit Iceland, too:

In our opinion its recommendable to avoid the summer with the months Juli and August. In this period most of Europe is on holidays and the island exceeds their limits of capacity obviously. During the last years the media pushed the island enormously. But they failed seriously to expand the capacities of touristic infrastructure and facilities. Many tourists evade to rest areas and wild unorganized camps. Because of the lack of toilets and other facilities you can imagine how it looks around these areas. Also in many touristic spots there is a lack of personal, so that for example one poor student has to manage a large campground alone. Especially in the south between Reykjavik and Höfn it was partly jam-packed with people. Campgrounds were crowded and in some supermarkets foodstuff and camping gas were sold out. As a result many car drivers were aggressive and much too fast on the narrow roads.

We surely will visit Iceland again on our bikes. But then we will prefer the period from mid of may to end of june. In September, when the tourists disappear quickly, the weather may not be stable enough.